Nachteile einer Mitgliedschaft in private Krankenkassen

 

 

Ob im TV, Radio oder natürlich auch im Internet: überall stößt man auf Werbung der private Krankenkassen. Ein Hauptargument wird immer wieder vorangestellt und soll den Wechsel oder Beitritt schmackhaft machen: die günstigen Beiträge. Und sicher ist dieses Argument äußert verführerisch. Von einem monatlichen Beitrag für einen Mann von unter 50,--€ kann der gesetzlich Versicherte nur träumen.


 

Doch hier ist Vorsicht angesagt, denn diese Dumpingpreise sind nur die halbe Wahrheit. Deshalb gilt es, nicht nur nach der Beitragshöhe zu schielen, sondern das ganze "Paket" zu betrachten, genau zu berechnen und abzuwägen.


Zuerst einmal ist zu überlegen, wie viele Personen beim Hauptversicherten mitversichert werden sollen. Während es sich in jungen Jahren meist nur um den Versicherten selber handelt, kann es nach Gründung einer Familie und in der Elternzeit vorkommen, dass mehrere Personen in private Krankenkassen mitversichert werden müssen. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, in der zum Beispiel die nicht berufstätige Ehefrau und die Kinder kostenfrei mitversichert sind, ist in der privaten Krankenversicherung ein Zuschlag fällig.


Auch handelt es sich bei der Annahme, die Erstattungen der privaten Krankenversicherungen seien denen der gesetzlichen Kassen in allen Fällen überlegen, um einen Trugschluss. Denn bei Kuren, nicht rechtswidrigen Schwangerschaftsabbrüchen und anderen Leistungsfällen sind die gesetzlichen Versicherungen den privaten Versicherungen teilweise voraus.


Ein weiterer Aspekt, der nicht unberücksichtigt gelassen werden sollte, ist die Staffelung nach dem Eintrittsalter. Was für einen gesunden, jungen Mann im leistungsfähigen Alter gilt, trifft auf einen Rentner mit chronischen Erkrankungen nicht mehr zu. Die gesetzlichen Kassen bestimmen ihre Beiträge nach dem Solidarprinzip. Will heißen: die Gesunden kommen für die Kranken mit auf. In den privaten KV steigen die Beiträge mit dem Lebensalter in nicht unerheblicher Weise.


Ebenfalls sollte man berücksichtigen, dass ein Wechsel von der gesetzlichen Kasse in die Private nahezu jederzeit möglich ist. Ein Zurück aus der privaten Kasse kann sich als schwierig bis unmöglich erweisen.



 

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